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Geister der Vergangenheit

Die Geschichte der Steine von Lagavulin

Um Lagavulin gibt es Legenden aus vergangenen Zeiten. Sicherlich erfahren Sie manche gute Geschichte an der Bar, die aber auch ebenso überzeugend anders erzählt werden könnte. Wenn Sie sich hier auf Islay über die Historie eines Ortes informieren wollen, müssen Sie nicht unbedingt einen Inselbewohner fragen. Fragen Sie einfach die Steine.

Fragen Sie zum Beispiel die Ruinen, die riesigen Überreste von Dunyvaig Castle, die Hüter der Lagavulin Bay. Es scheint, als wäre dies einst ein Ort gewesen, der von Geistern bewohnt war. Aber selbst, wenn das nicht stimmt, gibt es viele Geschichten darüber.

Lagavulin buildings

 

Dunyvaig, die mächtige Burg an der Küste des nordgälischen „Königreichs der Inseln“ hat eine lange und vielfältige Geschichte. Sie stand 1314 im Zenith – einhundertfünfzig Jahre, nachdem Somerled, der berühmte König der Hebriden bei einer unbesonnenen Invasion auf dem Festland plötzlich verstarb.

In jenem Jahr versammelte sich eine Armada von Schiffen mit Somerleds Söhnen unterhalb der wehrhaften Mauern in der Bucht von Lagavulin. Sie setzten Segel, um dem künftig siegreichen „Robert the Bruce“ zu Hilfe zu eilen, der den Engländern in der Schlacht von Bannockburn eine ordentliche Niederlage beibrachte. Dies war die Geburtsstunde des modernen Schottland.

Durch spätere Bauarbeiten entstand die Burg, deren Ruinen wir heute noch sehen. Aber selbst dieses mächtige Bauwerk war nicht in der Lage, Anfang des 17. Jahrhunderts zwei Angriffe abzuwehren. Der erste erfolgte 1615. Nach langer Belagerung durch das königliche Heer unter der Führung von Sir Oliver Lambert wurde der letzte Widerstand des MacDonald-Clans, der Lord of the Isles, endgültig gebrochen. Die Campbells übernahmen die Kontrolle von Islay.

Dennoch hat es eine Weile gedauert, bis es friedlich wurde. Im gleichen Jahrhundert wurde Dunyvaig 1647 während des Bürgerkriegs von Royalisten ein zweites Mal längere Zeit belagert, bis die Burg schließlich durch die Covenanter-Armee von Sir David Leslie verwüstet wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Campbells 1677 erneut die Kontrolle übernommen. Die Ruinen waren unbrauchbar geworden, aber die verbliebenen Steine sind immer noch am Eingang der felsigen Bucht präsent.


Die Steine der Mauern von Dunyvaig Castle waren nicht die ersten, die dort oder in der Nähe aufragten. Diese Ehre gebührt wahrscheinlich den beiden senkrechten Steinen, die eine Meile nordwestlich der Destillerie, auf dem Gelände der ehemaligen Lagavulin Farm, zu sehen sind.

Lagavulin Stones

 

Einer davon, immer noch aufrecht, aber schräg stehend, ist jetzt Teil einer langen Mauer, die von den Ruinen von Ballynaughton More nach Druim Mor führt. Dahinter befindet sich ein weiterer, ähnlich großer, flach liegender Stein. Der aufrechte Stein ist etwa 3,50 m hoch. Der Stein, der wahrscheinlich der Sockel des herabgefallenen Steins war, liegt unter der Mauer einer kleinen rechteckigen Einzäunung mit einer Länge von 3,65 m. In aufrechter Position war er vermutlich mit seiner Längsachse wie sein Pendant nach Osten und Westen ausgerichtet.

Wir kennen ihr genaues Alter nicht, aber es gibt viele dieser senkrecht stehenden Steine auf der Insel Islay. Die meisten befinden sich in der Nähe von Lagavulin, dem Ort, der Anfang des 18. Jahrhunderts neben Killarow zu den beiden wichtigsten Siedlungen der Insel zählte.

Wir wissen mehr über das Alter des berühmten Kreuzes in der Nähe von Kildalton. Experten sagen, dass es wahrscheinlich aus der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts stammt. Es ist eines der schönsten frühchristlichen Kreuze Großbritanniens und ähnelt der Gruppe der drei Kreuze von Iona.

Dieses beeindruckende Werk, etwa 2,75 m hoch, wurde aus einem einzigen Stein der Insel präzise herausgearbeitet, sehr wahrscheinlich von Steinmetzen aus Iona. Darauf findet man eng verschlungene Reliefs mit Kreaturen wie wilden Schlangen, Löwen und Vögeln. Auf der Rückseite gibt es eine Fülle biblischer Szenen. Mit etwas Mühe entdeckt man die Jungfrau Maria und das Kind im Kreise von Engeln, Kain, der seinen Bruder Abel ermordet, Abraham, der Isaak opfert und David, der den Löwen tötet.

Neben der ureigenen Bedeutung, die dieser Stein hat, signalisiert er auch, dass Islay in frühchristlicher Zeit ein wichtiger Ort war. Der irische Missionar, der heilige Columba ist wahrscheinlich auf seinem Weg nach Iona durch Islay gereist, ebenso wie sein Zeitgenosse, der heilige Moluag, Gründer der Gemeinden Lismore, Rosmarkie und Mortlach. Man geht davon aus, dass diese irischen Missionare die Kunst der Destillation nach Islay brachten, die dann in diesen Orten und weltweit viele Jahrhunderte überdauert hat.

In der Tat beeindruckend ist ein Stein, der sich bei Lagavulin befindet und eine besonders kuriose Geschichte hat. Es ist ein Grabstein aus dem frühen 19. Jahrhundert, der an sich ganz unauffällig wäre. Das Ungewöhnliche daran ist, dass er auf der Giebelwand der Abfüllanlage eingemauert ist. Die Geschichte, wie er dorthin geriet, beginnt mit dem Tod von Angus Johnston aus Lagavulin.

Angus, vermutlich der Vater von John Johnston, dem Gründer von Lagavulin, lebte in diesem Ort. Nach seinem Tod sollte er auf der Insel Texa, außerhalb der Bucht von Lagavulin, beerdigt werden. Ein Grabstein wurde angefertigt und auf ein Boot geladen, um die kurze Reise anzutreten. Der Geschichte nach war der Stein aber zu schwer. Nachdem die Ankerkette des Bootes zum zweiten Mal gebrochen war, hatten die Männer, die ihn transportieren sollten, eine bessere Idee.

Old Lagavulin Window

 

Angus wurde auf Texa ordnungsgemäß bestattet, aber sein Grabstein steht weiterhin in Lagavulin. Er bleibt der Nachwelt in einzigartiger Weise erhalten, indem er die Giebelwand der Abfüllstation ziert. Er trägt die Aufschrift: „Hier liegen die sterblichen Überreste von Angus Johnston aus Lagavulin, der 1830 im Alter von 86 Jahren verstarb“. Aber in Wahrheit liegen sie gar nicht hier…

Von der Burg bis zum Grabstein. Von den Geheimnissen eines aufrechten Steins bis zur Gewissheit eines Kreuzes. Die Steine von Lagavulin erzählen eindeutige Geschichten – Geschichten vieler Persönlichkeiten, aber keine davon ist die erhoffte Geistergeschichte.

Der einzige „verlorene Geist“ scheint hier tatsächlich der von „Malt Mill“ zu sein. Aber das ist eine ganz andere Geschichte…