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„Desk Research”

DIE GESCHICHTE VOM „LAGAVULIN DESK”

Es ist nur eine kleine Tafel, aber sie erzählt eine lange Geschichte – die Geschichte einer Dynastie und ihrer Rolle bei der Entwicklung von Lagavulin. Die Tafel befindet sich an einem Schreibtisch im georgianischen Stil. Sie ist hübsch, aber nicht elegant und trägt die Namen der Partner, die seit mehr als hundert Jahren daran saßen.

Heute befindet sich dieser imposante Schreibtisch, der besonders geliebt und gehegt wird, im Diageo-Archiv in Menstrie. Ein Bild eines seiner berühmten Eigentümer aus vergangenen Zeiten ist an einer Ecke aufgestellt und soll uns an die Herkunft erinnern.

Auf dem Schreibtisch selbst liegt ein Stapel Papiere mit der Aufschrift „Das Kupfer”. Hier steht er, einsatzbereit, als würde er darauf warten, dass jemand kommt und sich wieder an ihn setzt. Er wird geliebt und nach wie vor in Ehren gehalten. Aber irgendwie braucht ein Schreibtisch eben einen Besitzer.

„Früher”, scheint er sagen zu wollen „habe ich bessere Zeiten erlebt. Einflussreiche Männer haben an mir gesessen, das Schreibpult geöffnet und einen Brief geschrieben. Und das war lange vor diesem Computerzeitalter, zu einer Zeit, in der das geschriebene Wort noch etwas galt.”

Und was waren das für Männer.

William Graham ist der erste, der 1801 registriert wurde. Der Schreibtisch stand im Büro seiner Familie in Glasgow. Die Grahams waren Whiskyhändler mit starken Verbindungen nach Islay. Sie handelten wahrscheinlich mit den meisten oder fast allen Malt Whiskys der Insel. Als Lagavulin 1816 gegründet wurde, kam John Johnston zuerst zu ihnen, um seinen Whisky zu verkaufen.

Auf dem Schreibtisch ist würdevoll eingraviert, dass Alexander Graham 1830 Nachfolger von William wurde. Zum damaligen Zeitpunkt war Lagavulin bereits als Destillerie erfolgreich. Fünfzehn Jahre später ist dann der dritte Besitzer vermerkt. 1845 gingen die Grahams eine Partnerschaft mit James Logan Mackie ein, einem jungen Mann im Alter von 22 Jahren.

Er kam gerade aus Edinburgh, um die Agenturen für Lagavulin, die benachbarte Destillerie Laphroig und die Unternehmensgruppe Beith, Ross & Co. in Campbeltown zu führen.

Desk plaque

Wir wissen nicht, warum der junge Mackie nach Glasgow ging, um in diesem Geschäft zu arbeiten. Aber er hatte familiäre Verbindungen. Sein jüngerer Bruder Nathaniel war als Wein- und Spirituosenhändler selbstständig und sein Vater hatte ein Anwesen in Cannongate, Edinburgh geerbt. Es grenzte wahrscheinlich an das berühmte White Horse Inn, von dem uns der Schreibtisch noch später berichten wird.

1845 sitzt J. Logan Mackie hier, sein Name ist an dritter Stelle eingraviert. Bald darauf wurde die Firma in „James L. Mackie & Company” umbenannt. Der überlebende Graham, einst Captain Graham, leitete die Geschäfte auf Islay, während Mackie für Glasgow zuständig war. Scheinbar hatten die Grahams das Geld und Mackie das unternehmerische Geschick – eine gute Verbindung von Fähigkeiten, denn die Partnerschaft bestand bis Ende des 19. Jahrhunderts.

Die Dinge nahmen ihren Lauf und John Johnston war gezwungen, an seine Agenten zu verkaufen. 1852 war die Pacht der Farm und der Destillerie Lagavulin in den Händen der Grahams. Das Unternehmen trug den Namen „James L. Mackie & Company”. Jetzt hatte Lagavulin die Eigentümer, die die Destillerie berühmt machen sollten.

33 Jahre lang saß James Logan Mackie an seinem Schreibtisch in Glasgow – diesem Schreibtisch – während er älter und das Unternehmen immer erfolgreicher wurde. Zu diesen Zeitpunkt war Lagavulin wahrscheinlich die größte Destillerie von Islay; aus Aufzeichnungen geht hervor, dass es Mitte der 1870er Jahre vermutlich zwei Destillerien auf einem Gelände gab: „Lagavulin Nr. 1 und Nr. 2”. 1878 im Alter von 55 Jahren suchte Mackie einen Nachfolger.

Und wieder erzählt der Schreibtisch die Geschichte. „Peter Jeffrey Mackie” ist darauf eingraviert. „1878”. Peter war James Großneffe, der Enkel seines älteren Bruders Peter. Wie James vor ihm war auch er ein junger Mann – gerade mal ein Jahr älter als James bei seiner Ankunft in Glasgow.

Peter wurde nach Lagavulin geschickt, um das Geheimnis der Destillation zu entdecken. Die Reise war der Beginn einer lebenslangen Liebesbeziehung zur Insel. Bei seiner Rückkehr nach Glasgow begann er mit seinem Großonkel daran zu arbeiten, Lagavulin als Single Malt breiter zu vermarkten und den Handel mit Blended Whisky weiterzuentwickeln.

Der nächste Besitzer unseres Schreibtisches war Geoffrey Hope Johnston, der 1896 neu eingesetzte Vertriebsdirektor. Um seinen Nachfolger müssen wir kein Geheimnis machen. Er trug den sehr bekannten Namen James Logan Mackie. 1914 trat er in die Firma ein. Er war 21 Jahre, das älteste Kind und der einzige Sohn von Sir Peter Mackie.

Leider war seine Zeit schnell vorbei. Er starb, als er in Palästina Militärdienst leistete. Ein enormer Schlag für Sir Peter, von dem er sich niemals erholte. Er übernahm wieder die Führung des Unternehmens und übergab 1921 den Schreibtisch und die Leitung an seinen Schwiegersohn, G.O.L Campbell. 1924 kurz nach dem Tod von Sir Peter wird die Firma in „White Horse Distillers” umbenannt.

Der Schreibtisch hatte auch noch ein anderes Leben jenseits dieser Zeit. Bei der Einrichtung des ersten Besucherzentrums im ehemaligen Office des Managers wurde er aus der Destillerie Lagavulin entfernt. Die ersten 125 Jahre hatte er auf dem Festland verbracht, aber in den 75 Jahren danach wertvolle Dienste für die Manager von Lagavulin geleistet.

In der Tat ein Schreibtisch, der Geschichte schrieb.