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Der Mann, der Lagavulin groß machte

Die Geschichte des „unermüdlichen” Peter Mackie, ein Mann mit einer lebenslangen Liebesbeziehung zum Islay Malt Whisky. Er war Vorreiter der Vermarktung von Lagavulin und machte ihn und White Horse weltweit bekannt.

DIE GESCHICHTE DES „UNERMÜDLICHEN”  PETER MACKIE

Im 19. Jahrhundert musste alles perfekt zusammenpassen, wenn eine Whisky-Destillerie Erfolg haben wollte: Feine Brennblasen, natürliche Rohstoffe und gute Mitarbeiter. Und natürlich dankbare Kunden und Zugang zum Markt. Aber auch, und das ist besonders wichtig, eine Führungsfigur, die keine Mühen scheute, den Absatz zu forcieren und den Whisky bekannt zu machen.

Hinter vielen Erfolgsgeschichten steht ein solcher Mann (oder eine Frau, wie Elizabeth Cumming von Cardhu). Im Falle von Lagavulin war aber von derartiger Energie 60 Jahre nach der Gründung nichts zu spüren, obwohl die Destillerie unter ihrem Gründer John Johnston und seinen Nachfolgern, der Familie Graham kontinuierlich Fortschritte gemacht hatte.

Lagavulin tiles

Eine Tages legte 1878 ein Schiff im Hafen von Port Ellen auf Islay an und das Blatt wendete sich. Peter Jeffrey Mackie war ganze 23 Jahre alt, als er an Land ging und Geschichte schrieb.

Einige Jahre zuvor hatte James Logan Mackie, ein Händler aus Glasgow, zusammen mit Captain Graham die Kontrolle von Lagavulin übernommen. Aber Mackie hatte keinen Sohn und somit auch keinen Erben. Er hatte wohl beschlossen, seinen Neffen Peter zu seinem Nachfolger zu bestimmen, der das Geheimnis der Destillation erlernen sollte. Natürlich bei Lagavulin, wo denn sonst?

Bereits bei seinem ersten Besuch entwickelte Peter eine Liebe zu Islay, die ein Leben lang anhalten sollte. Nachdem er zum Firmensitz in Glasgow zurückgekehrt war, begann er mit der Expansion seines Geschäfts. Er vermarktete Lagavulin als Single Malt (als „einzelnen” oder „eigenen” Whisky im damaligen Sprachgebrauch) und entwickelte später neue Blended Whiskys.

Lagavulin Black and White Distillery

1884 eröffnete er ein Verkaufsbüro in London. 1887 erfolgte die Eintragung des Warenzeichens Lagavulin Straight Scotch. Im gleichen Jahr schrieb der Whisky-Autor Alfred Barnard, dass die Jahresproduktion 75.000 Gallonen beträgt und die Marke hohes Angesehen genießt”.

Nach 1890, als Peter Partner geworden war und die Firma in Mackie & Co. umbenannt wurde, entstand der Blended Whisky White Horse, der zum großen Teil aus Lagavulin besteht. Es war ein Exportschlager, insbesondere in Südafrika. Wie seine Zeitgenossen James Buchanan und Thomas Dewer, so war auch Peter bald mit seiner neuen Blended Whisky-Marke erfolgreich.

Mackie’s White Horse Cellar, so lautete der ursprüngliche Name, war nach einem berühmten Gasthaus benannt, das an den langjährigen Familienbesitz der Mackies in Edinburgh Cannongate angrenzte. Die spätere Einführung 1901 auf dem heimischen Markt verlief allerdings enttäuschend. Mackie sah jedoch den Grund dafür nicht in der Qualität, sondern in der Unkenntnis der Öffentlichkeit über die exzellente Qualität (der Blend bestand zu 75% aus Malt Whisky; Mackie legte schon immer Wert auf Qualität). Man hatte, wie er sagte, „die riesige Summe für Werbung nicht einkalkuliert.”

Lagavulin lock up 2

Durch seine Konzentration auf alle Aspekte der Effizienz und die kontinuierliche Forcierung seines qualitativ hochwertigen Whiskys stieg der Absatz von White Horse und Lagavulin. 1896 waren es zunächst 24.000 Kisten und 1914 bei Ausbruch des Krieges 190.000 Kisten. Die Ernennung zum Königlichen Hoflieferant 1908 (Royal Warrant) trugt zweifellos zur Absatzsteigerung im Inland und in Übersee bei.

Er fand auch die Zeit, Mitbegründer und Käufer weiterer Destillerien zu werden. So investierte er eine größere Summe in Craigellachie, erwarb ziemlich spät die Hälfte von Cragganmore und übernahm auch Hazelburn in Campbeltown. Aber ein eher ungewöhnliches Ereignis geschah in Lagavulin selbst.

Die Grahams und später die Mackies besaßen eine Verkaufsagentur für die angrenzende Destillerie Laphroaig. Als die Besitzer beschlossen, ihren Whisky selbst zu verkaufen und den Vertrag erfolgreich anfochten, reagierte Peter zunächst gereizt und blockierte die Wasserversorgung von Laphroaig.

Nach einer gerichtlichen Unterlassungsanordnung beschloss er 1908, seinen eigenen Laphroaig herzustellen. Er errichtete in alten Gebäuden auf dem Gelände von Lagavulin eine kleine Destillerie mit dem Namen „Malt Mill”. Zum Betrieb der Destillerie wurden Mitarbeiter von Laphroaig eingestellt und ausschließlich Torf zur Befeuerung der Brennblasen zu verwendet. Malt Mill war bis 1960 in Betrieb. Das hat aber offensichtlich dem Absatz von Laphroaig nicht geschadet...

Lock up 3

Mackie hatte vier Kinder und ernannte seinen einzigen Sohn, der auch den Namen James Logan Mackie trug und 1914 in die Firma eintrat, zu seinem Nachfolger. Das sollte nicht sein, denn er wurde Ende 1917 im Kriegsdienst in Palästina getötet. Sein Vater soll sich von diesem Schicksalschlag niemals erholt haben, obwohl er nach Ende des Krieges noch aktiver war.

Der Diplomat und Autor Sir Robert Bruce-Lockhart beschrieb Mackie als eine Persönlichkeit, die „zu einem Drittel genial, zu einem Drittel größenwahnsinnig und zu einem Drittel exzentrisch” war. Diese Exzentrik fand einen neuen Ausdruck außerhalb der Welt des Whiskys als der Landbesitzer und eifrige Unionist auf seinem Anwesen in Ayrshire Rinder züchtete und sie 1918 nach Rhodesien schickte, um dort ein Zuchtprogramm zu starten. Er finanzierte sogar eine anthropologische Expedition nach Uganda. Beide Programme wurden erwähnt, als er im Rahmen der Birthday Honours List 1920 zum Ritter geschlagen wurde.

Kurz vor dem Tod von Mackie 1924 wurde die Firma in White Horse Distillers unbenannt. White Horse existiert bis heute und ist zusammen mit Lagavulin vielleicht sein größtes Vermächtnis.

Lagavulin exterior

Ian Crammond - Quote